TPL-012 · v1.0 · Stand: 30.5.2026 · Freigegeben durch DSB · Review-Zyklus 12 Monate · Status freigegeben
Bestätigung Widerruf Foto- und Videoeinwilligung
- Anlass
- Betroffenenrechte
- Empfänger
- Betroffene Person oder Sorgeberechtigte
- Absender
- Einrichtungsleitung oder Datenschutzbeauftragte/r
- Kanal
- E-Mail, Brief
- Rechtsregime
- DSGVO
- Schwierigkeit
- niedrig
- Branche
- Kita, Pflege, KMU
- Schlagwörter
- einwilligung, foto, video, widerruf, art-7
- Rechtsgrundlage
-
- Art. 7 Abs. 3 DSGVO (Recht auf Widerruf der Einwilligung)
- Art. 17 Abs. 1 lit. b DSGVO (Folge-Löschung)
Anwendungsbereich
Bestätigung an Betroffene oder deren gesetzliche Vertretung (typisch: Eltern für ihre Kinder), dass der Widerruf einer Foto- oder Videoeinwilligung bei der Einrichtung angekommen ist und umgesetzt wird. Diese Vorlage adressiert auch ehrlich, was bei gedruckten oder bereits verbreiteten Materialien faktisch geht und was nicht.
Voraussetzungen
- Der Widerruf liegt schriftlich oder per E-Mail vor und ist eindeutig zuordenbar (Person + abgebildete Person + ursprüngliche Einwilligungserklärung identifizierbar).
- Vollständige Bestandsaufnahme: wo wurde das Bildmaterial verwendet (Website, Social Media, gedruckte Flyer, interne Aushänge, Pressekooperationen, Archiv).
- Realistische Umsetzungsfrist abgestimmt (digital: wenige Tage; gedruckte Materialien: bei nächstem Neudruck oder sofortige Entfernung wo möglich).
- Bei Kinderfotos: Klärung, ob das Kind selbst eine Meinungsäußerung zur Bildverwendung beigesteuert hat — bei älteren Kindern ist diese Stimme zu hören.
Variablen
| Platzhalter | Beschreibung |
|---|---|
{anrede} | Anrede |
{name_betroffener} | Nachname bei persönlicher Anrede (optional) |
{name_fotomotiv} | Name der abgebildeten Person |
{einrichtung} | Name der Einrichtung / Firma |
{widerruf_datum} | Eingangsdatum des Widerrufs |
{betroffene_kanaele} | Welche Kanäle sind betroffen |
{umsetzung_frist} | Frist für die Umsetzung |
{physische_medien_hinweis} | Hinweis zu nicht-zurückholbaren Materialien |
{kontakt} | Kontaktadresse für Rückfragen |
{unterzeichner} | Unterzeichnende Person |
Vorlagentext
{anrede} {name_betroffener},
wir bestätigen den Eingang Ihres Widerrufs vom {widerruf_datum} betreffend die Foto- und Videoeinwilligung für {name_fotomotiv}.
Der Widerruf ist nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit möglich und gilt für die Zukunft. Wir entfernen die betreffenden Aufnahmen von den folgenden Kanälen:
{betroffene_kanaele}
Umsetzungsfrist: bis spätestens {umsetzung_frist}.
Was wir realistisch können und was nicht:
{physische_medien_hinweis}
Eine Verwendung der Aufnahmen über die genannten Kanäle hinaus — insbesondere für neue Veröffentlichungen, Druckmaterialien oder Online-Beiträge — findet ab sofort nicht mehr statt.
Sollten Sie nach {umsetzung_frist} feststellen, dass Aufnahmen an einer Stelle übersehen wurden, geben Sie uns bitte Bescheid unter {kontakt}. Wir entfernen sie umgehend.
Mit freundlichen Grüßen
{unterzeichner} {einrichtung}
Verbotene Inhalte
Folgendes darf NICHT in die Bestätigung aufgenommen werden:
- Bagatellisierung. „Wir gehen davon aus, dass die Aufnahmen Sie oder Ihr Kind nicht negativ darstellen” — irrelevant. Der Widerruf braucht keine Begründung.
- Aufschiebende Bedingungen. „Wir entfernen die Aufnahmen, sobald unser nächster Webrelaunch erfolgt” — Widerruf ist sofort wirksam, Umsetzung braucht praktische, nicht aufgeschobene Fristen.
- Forderung nach Begründung. Art. 7 Abs. 3 DSGVO kennt keine Begründungspflicht. Sätze wie „Bitte teilen Sie uns mit, warum Sie die Aufnahmen entfernt sehen möchten” sind unzulässig.
- Drohung mit Konsequenzen. „Bei Widerruf der Fotoeinwilligung bitten wir um Verständnis, wenn wir Sie / Ihr Kind nicht mehr zu öffentlichen Veranstaltungen einladen können” — unzulässig, die Entscheidung ist isoliert von anderen Leistungen.
- Aufweichung des Widerrufs. „Wir prüfen Ihren Widerruf und entscheiden, welche Aufnahmen wir entfernen” — der Betroffene entscheidet, nicht die Einrichtung.
- Vorzeitige Wiederveröffentlichung suggerieren. „Sollten Sie Ihre Meinung ändern, würden wir uns über eine neue Einwilligung freuen” — in einer Widerrufsbestätigung deplaziert.
Beispiel einer fehlerhaften Formulierung (nicht verwenden):
„Wir nehmen Ihren Widerruf zur Kenntnis. Bitte beachten Sie, dass bereits in den Druck gegangene Materialien aus Kostengründen weiterverwendet werden müssen, bis der Vorrat aufgebraucht ist. Eine Entfernung der Aufnahmen von unserer Website werden wir prüfen.”
Begründung: aufschiebende Bedingung („bis Vorrat aufgebraucht”), Vorbehalt der Prüfung statt eindeutiger Umsetzungszusage, fehlende realistische Frist.
Versandhinweise
- Kanal: Antwort auf den Eingangskanal des Widerrufs.
- Zeitnah: Bestätigung innerhalb von 7 Werktagen.
- Bei Kindern: Bestätigung an alle Sorgeberechtigten, deren Einwilligung ursprünglich vorlag.
- Internes Protokoll: Widerruf, Bestätigung, Umsetzungsdatum, Liste der entfernten Materialien.
Aufbewahrung
- Versendete Fassung im Personalakt der betroffenen Person bzw. im Familien-Akt (Kita).
- Originalwiderruf separat — als Nachweis, dass Verarbeitung ab dem Datum unzulässig ist.
- Aufbewahrung: 3 Jahre nach Erledigung (zur Verteidigung gegen spätere Beschwerden bei der Aufsichtsbehörde).
Changelog
| Version | Datum | Änderung | Autor |
|---|---|---|---|
| 1.0 | 2026-05-30 | Erstfassung | FS/CS |