TPL-018 · v1.0 · Stand: 31.5.2026 · Freigegeben durch DSB · Review-Zyklus 12 Monate · Status freigegeben
Information Angehörige über Verlegung eines Bewohners
- Anlass
- Pflegerische Information
- Empfänger
- Bevollmächtigte/r oder gesetzliche/r Vertreter/in
- Absender
- Einrichtungsleitung oder Pflegedienstleitung
- Kanal
- Telefon, Brief, E-Mail
- Rechtsregime
- DSGVO
- Schwierigkeit
- mittel
- Branche
- Pflege, Betreuung
- Schlagwörter
- pflege, bewohner, verlegung, angehoerige, vollmacht
- Rechtsgrundlage
-
- Art. 6 Abs. 1 lit. b/c DSGVO (Heimvertrag / Auskunftspflicht gegenüber Bevollmächtigten)
- Art. 9 Abs. 2 lit. h DSGVO (Gesundheitsdaten zur Versorgung)
Anwendungsbereich
Sachliche Information an Bevollmächtigte oder gesetzliche Vertreter eines Bewohners über eine Verlegung — innerhalb der Einrichtung, ins Krankenhaus, in eine Reha-Klinik oder in eine andere Pflegeeinrichtung. Geeignet auch für nicht-akute Anlässe.
Voraussetzungen
- Vollmachtslage geklärt — Vorsorgevollmacht / Betreuungsausweis liegt vor, Empfänger ist nachweislich vertretungsberechtigt. Bei ungeklärter Lage parallel TPL-019.
- Bewohner ist (sofern möglich) informiert und mit der Verlegung einverstanden — oder es liegt eine medizinische Indikation vor, die ohne Einwilligung trägt.
- Bei akuten Notfällen: Telefonische Erstinformation immer vor schriftlicher Mitteilung. Diese Vorlage dient dann der Bestätigung des Gesprächs.
- Datenschutz-konforme Mitteilung der Gesundheitsinformation — nur, wenn die Vollmacht dies abdeckt. Sonst rein sachliche Verlegung mitteilen, ohne Diagnose-Details.
Variablen
| Platzhalter | Beschreibung |
|---|---|
{anrede} | Anrede |
{name_angehoeriger} | Nachname (bei persönlicher Anrede) |
{bewohner_name} | Name des Bewohners |
{verlegung_datum} | Datum der Verlegung |
{alt_einrichtung} | Bisherige Einrichtung / Bereich |
{neue_einrichtung} | Ziel der Verlegung |
{verlegung_anlass} | Anlass |
{gesundheitlicher_kontext} | Optional, nur mit gedeckter Vollmacht |
{rueckfragen_tel} | Telefon für Rückfragen |
{rueckfragen_email} | E-Mail für Rückfragen |
{unterzeichner} | Unterzeichnende Person |
{einrichtung} | Absendende Einrichtung |
Vorlagentext
{anrede} {name_angehoeriger},
wir informieren Sie als bevollmächtigte Person über eine Verlegung von {bewohner_name}.
Verlegung: vom {alt_einrichtung} in das {neue_einrichtung} am {verlegung_datum}.
Anlass: {verlegung_anlass}.
Weitere Informationen zum Gesundheitskontext:
{gesundheitlicher_kontext}
Die Versorgung von {bewohner_name} ist sichergestellt. Über etwaige weitere Schritte (Rückverlegung, Anschlussbehandlungen, Erholungs phasen) informieren wir Sie zeitnah, sobald uns selbst entsprechende Mitteilungen vorliegen.
Für Rückfragen erreichen Sie uns telefonisch unter {rueckfragen_tel} oder per E-Mail an {rueckfragen_email}.
Mit freundlichen Grüßen
{unterzeichner} {einrichtung}
Verbotene Inhalte
Folgendes darf NICHT in die Mitteilung aufgenommen werden:
- Detaillierte Diagnosen ohne Vollmachtsdeckung. Bei nur eingeschränkter Vollmacht oder Unsicherheit nicht im Brief erwähnen. Telefonisch klären oder vorab DSB-Rücksprache.
- Mutmaßungen zur Prognose. „Wir gehen davon aus, dass {bewohner_name} in zwei Wochen zurückverlegt werden kann” — ärztliche Prognose ist nicht unsere Aufgabe.
- Wertende Aussagen zur Pflegebedürftigkeit. „Die Anforderungen waren bei uns nicht mehr zu leisten” — fachlich problematisch und konflikt anheizend.
- Hinweise auf Konflikte mit anderen Bewohnern. Auch bei verhaltens bedingten Verlegungen nicht in die Angehörigen-Info schreiben — getrennt und vertraulich besprechen.
- Eingebundene Bilder, Fotos. Aus Datenschutz-Hygienegründen verzichten.
- Aufforderungen zur Kostenübernahme. Verlegungs-Information ist nicht der Ort, um Pflegekosten-Themen anzusprechen.
- Vorschnelle Mitteilungen bei akuten Notfällen ohne vorheriges Telefonat. Eine Briefform-Information „Ihre Mutter wurde gestern ins Krankenhaus verlegt” — ohne dass die Person schon Bescheid weiß — ist unzumutbar.
Beispiel einer fehlerhaften Formulierung (nicht verwenden):
„Sehr geehrte Frau Müller, leider mussten wir Ihre Mutter heute ins Krankenhaus verlegen. Aufgrund ihrer fortschreitenden Demenz und der damit verbundenen Belastung für unser Personal sehen wir uns gezwungen, eine andere Lösung zu finden. Wir werden uns melden, sobald wir wissen, wie es weitergeht.”
Begründung: brieflich statt telefonisch (zu hart), Gesundheitsdaten ohne Vollmachtsprüfung („fortschreitende Demenz”), wertende und konflikt anheizende Formulierung („Belastung für Personal”), vage Aussage zur weiteren Versorgung ohne Verantwortlichkeits-Übernahme.
Versandhinweise
- Bei akuten Anlässen: Telefonat zuerst, Schriftform danach.
- Bei geplanten Anlässen: Schriftform genügt, mind. 14 Tage Vorlauf bei nicht-medizinischen Anlässen.
- Kanal: Der Kanal, den der Bevollmächtigte bevorzugt (aus dem Heimvertrag oder den Pflegeakte-Kontaktdaten).
- Mehrere Bevollmächtigte: Alle einzeln informieren, nicht über offene Verteiler.
- Bei strittiger Vollmachtslage: keinen Versand, sondern Justiziariat einbeziehen.
Aufbewahrung
- Versendete Fassung in der Pflegeakte des Bewohners.
- Bei akuten Notfällen zusätzlich Vermerk im Pflege-Tagebuch (Telefonat: Datum, Zeit, Gesprächspartner, kurze Inhaltsnotiz).
- Aufbewahrung: 30 Jahre (Pflegedokumentation gem. § 113 SGB XI bzw. ärztliche Aufbewahrungspflicht analog).
Changelog
| Version | Datum | Änderung | Autor |
|---|---|---|---|
| 1.0 | 2026-05-31 | Erstfassung | FS/CS |